Gestaltung von Interaktionen durch Animationssysteme
The childrens book of pantomimes (London, 1930)
Einige Bücher unseres Digitalisierungsprojekts erfordern die Umsetzung komplexer Animationen, wofür wir alle wesentlichen Interaktionsmöglichkeiten berücksichtigen müssen, beispielweise: Das Ziehen an einem Hebel um eine Wippe zu schwingen. Das Halten/Bewegen einer Figur um ein Theaterstück zu spielen. Das Drehen an einem Zahnrad um einen Drache erscheinen zu lassen. Manchmal reicht bereits das Öffnen einer Seite aus, um eine fantastische visuelle Illusion entstehen zu lassen.
Wenn die Animation eines Objekts nicht linear abläuft, also wenn die Reihenfolge der Aktionen keine Rolle spielt oder mehrere Elemente bewegt werden können, ist es wichtig, Animationen als eine Reihe von Ereignissen zu betrachten, die durch die Aktionen der Benutzerinnen und Benutzer ausgelöst werden.
Nehmen wir als Beispiel das Kinderbuch „The Children’s Book of Pantomimes“ (London, 1930).
Es gibt zwei Arten von Figuren, abhängig davon, ob sie von rechts oder von links bewegt werden können. Anstatt für jede der 15 Figuren eigene Animationssets zu erstellen, haben wir lediglich zwei Sets angelegt – jeweils eines für die linke und eines für die rechte Seite.
Die Ausgangsposition der Figuren ist liegend auf ihrem Papierbogen. Anschließend verfügen sie über eine Animation, mit der sie die Bühne betreten, eine Pose, in der sie auf der Bühne stehen, sowie eine weitere Animation, mit der sie die Bühne wieder verlassen. Zusätzlich haben wir die Animation „Bounce“ integriert, die abgespielt werden kann, als würden die Figuren eine Dialogzeile sprechen, schließlich handelt es sich um ein Papiertheater.
Diese Animationen sind unabhängig von den jeweiligen Objekten. Dadurch lassen sie sich deutlich schneller erstellen und in den Viewer integrieren. Gleichzeitig wird die Dateigröße erheblich reduziert. Welche Aktion der Benutzer ausführen muss, um die jeweilige Animation bzw. den entsprechenden Zustand auszulösen, ist eine UX-Frage und wird in einem zukünftigen Beitrag behandelt.
Nur für die Kutsche war ein eigenes Animationsset erforderlich. Wir haben sie so animiert, dass sie hinter den anderen Figuren erscheint und die Szene auf der gegenüberliegenden Seite wieder verlässt, von der sie eingetreten ist. Denn soweit wir wissen, können Pferde eine Kutsche nicht rückwärts ziehen.
- Bild: Die Fee auf der Bühne vor Aschenputtel in Lumpen.
- Bild: Digitale Version von „The Children’s Book of Pantomimes: Stories of Famous Pantomimes Including a Stage Version of Cinderella and a Model Theatre Complete with Proscenium, Wings, Three Scenes & Characters with Which It Can Be Performed“, London, 1930.
- Bild: Entwurf des Animationssystems für die beweglichen Figuren desselben Buches.
- Bild: 3D-Mesh, das die beweglichen Figuren nach Animationsset hervorhebt (links, rechts und Kutsche).
Autorin: Casilda de Zulueta









